
Die Geschichte
Im Jahr 2000 trafen sich erstmals die Initiatoren der Veranstaltung. Dies waren der sich gerade bildende Wittgensteiner Tross und die Betreiber des Gasthofes „Jagdstuben Grünewald“. Es entstand die Idee, die Interessen und Möglichkeiten beider Parteien zu nutzen und mit vereinten Kräften einen mittelalterlichen Markt auf die Beine zu stellen. Und so begann man „aus dem Bauch heraus“, aber immer mit einem Blick auf die nächsten Veranstaltung und das „tatsächlich Machbare“ zu organisieren......
Natürlich brauchte das ganze auch noch einen Namen der den Charakter erfassen sollte…die Idee transportieren und es zu einem festen Begriff werden lassen sollte. So
kam man auf den Namen „der Grünewälder Strief“. Ein „Strief“ ist eine veraltete Bezeichnung für ein Festgelage.
Was im September 2001 mit gerade mal 6 Lagern und etwa 10 Marktständen begann, hat inzwischen eine ganz beachtliche Größe erreicht. Mit rund 30 Heerlagern und ca. 25 Marktständen, sowie den diversen Künstlern, kommt man inzwischen auf eine Gesamtzahl von rund 400 Darstellern.
Musikalisch haben uns Poeta Magica, Vivus Temporis, Jonny Robels, sowie die Gaukler Chriss Fleapit, Tim der Gaukler, sowie die Feuerkünstler der Gruppen, „Feuerregen“, „Flammenwand“, „Spiritus Sancti“,„Dragon’s Dark“ , und „der Feuergeist“ Stephan Fuchs durch die Jahre begleitet. Des weiteren haben der Märchenerzähler Udalrich, die Tänzerinnen von Nea’s Tribal, Rudi Pauels mit seiner „mittelalterlich Falknerey“ und der Herold Reinhold von Chattenburgh, unsere Programme bereichert.
Die Veranstaltungen wurden durch Programmpunkte wie Pestzug, Hexenverurteilung mit anschließender Verbrennung, ein Bogenschützenturnier, bis hin zum Sturm auf die Palisade, komplettiert.
Die Zeit
Die Veranstaltung umfasst keinen genauen historischen zeitlichen Rahmen, so dass die Lager einen Querschnitt durch das gesamte Mittelalter bieten. Die in den letzten Jahren zum absoluten Höhepunkt gewordene Schlacht, spielt jedoch in der Regel in der Zeit von 1320-1370, als Wittgenstein und sein Umland in ständigen kleinen Fehden lagen. Sie orientiert sich jedoch nicht an keinem bestimmten historischem Ereignis sondern soll einfach den Zeitgeist wiederspiegeln.
Ebenfalls hat es sich in den letzten Jahren eingebürgert, das den Heerlagern die Möglichkeit gegeben wird eine ganze Woche vor der offiziellen Veranstaltungswochenende ihre Zelte aufzuschlagen, sei es um alte Freundschaften zu pflegen, oder neue zu knüpfen.
In dieser Woche können Schulklassen und Kindergärten, nach einer kurzen Voranmeldung gerne einen Blick in den Alltag dieser Zeit und solchen Feldlagern werfen.
Das Lager
Diese Idee umsetzen zu können verdanken wir neben den vielen fleißigen Helfern in unserer Umgebung, auch im besonderen Maße, den Gruppen in den Heerlagern, denen wir freundschaftlich verbunden sind. Die jedes Jahr, mit moralischer oder handwerklicher Unterstützung, dazu beitragen, mit Teilnahme und Gestaltung an einzelnen Programmpunkten, so dass es jedes Jahr auch für uns als Veranstalter, ein unvergessliches Erlebnis wird.
Dabei sollte erwähnt werden, das die Gruppen nur mit einer Einladung unsererseits teilnehmen können. Wobei trotzdem auch darauf geachtet wird, das immer wieder auch neue Gruppen dazukommen, die unseren Ansprüchen an historischer Korrektheit und Darstellung gerecht werden. Dabei kommt es weniger darauf an, dass jedes kleinste Detail historisch recherchiert ist, sondern vielmehr dass ein stimmiges Bild der von der Gruppe angestrebten Darstellungszeit gezeigt wird.
Der Marktbereich
Ähnlich verhält es sich mit dem Markt Bereich, wo wir bemüht sind, nicht nur den Akteuren aus den Lagern, eine große Auswahl an Ausrüstungsgegenständen sondern auch dem Besucher ein Vielzahl an Devotionalien feilbieten zu können. Neben den etwa 20 zum Teil wechselnden Ständen, die von Silberschmuck, über Waffen und Rüstungsteilen, verschiedenste Lederartikel, bis hin zu hist. belegte Tonwaren zu Markte tragen, steht jedes Jahr ein authentisches Gericht wie Wildschwein am spieß oder Hühnerbeine in Gemüsesud, sowie verschiedene Biere (Schwarz-, Braunbier) serviert in Tonbechern, als kulinarische Besonderheit bereit. Angerichtet und serviert von der Küche der Jagdstuben Grünwald, und aus ambientgerecht hergerichteten Ständen. Des weiteren wird auch immer wieder hochqualitatives historisches Handwerk vorgeführt, z.B. Reepschlägerei, Wippdrechsler, Pfeil- und Bogenbau, Schmiede, Schusterei, Löffelschnitzer und Lederverarbeitung.
Das Ziel
Wir haben uns für die nächsten Jahre noch so einiges vorgenommen, so arbeiten wir stets mit dem Blick nach vorn, nicht zuletzt weil uns die Resonanz der Lager und der Händler immer wieder dazu ermutigt weiterzumachen und den Grundcharakter, den wir seid dem ersten Markt im Sinn haben, zu bewahren.
Eine Mittelalterveranstaltung, die nicht mit möglichst vielen angeblichen „Topacts“ der Mittelalterszene glänzt, aber den Lagern, Händlern und Besuchern eine unkomplizierte, freundschaftliche und unkommerzielle Atmosphäre bietet.
Es bestehen schon jetzt Ideen, wie wir unseren 10. Markt feiern wollen......